Mit dem Partner über sexuelle Vorlieben sprechen

Eine der größten Herausforderungen in einer Partnerschaft ist es, über sexuelle Vorlieben zu sprechen. Denn nichts ist intimer als ein bisher unerfüllter Wunsch oder eine ungewöhnliche Vorliebe. Die Angst davor, zurückgewiesen oder ins Lächerliche gezogen zu werden, ist groß. Denn mit dem Aussprechen sexueller Vorlieben öffnet sich jeder Partner weiter als je zuvor. Das heißt auch, dass beide Partner ungeschützter und verletzlicher sind.

Um über die eigenen sexuellen Vorlieben sprechen zu können, müssen die Partner diese erst einmal kennen. Viele Menschen verdrängen Wünsche aus Angst, dass diese nicht auf Gegenliebe stoßen oder weil sie ihnen selbst unangenehm sind. Aber unerfüllte Wünsche können Frust verursachen. Daher ist Mut gefordert. Das lohnt sich: Denn mit wenigen Worten kann die sexuelle Befriedigung verbessert werden. Nach Studien wie Theratalk der Uni Göttingen lässt sich beispielsweise durch Reden die Zahl erfüllter sexueller Wünsche verdoppeln. Kein Wunder, denn wenn der Partner die sexuellen Vorlieben des Gegenübers nicht kennt, kann er diese auch nicht erfüllen.

Wann, wie und mit welchen Worten?

Es gilt, ein Gleichgewicht zu finden. Die Partner müssen wagen, Sexualität zu thematisieren und gleichzeitig dem Gegenüber mit Respekt und Vorsicht begegnen. Der eine muss sich offenbaren und der andere darf ihn durch seine Reaktion nicht verletzen. Dazu muss die Situation passen: Das Thema sollte in Ruhe besprochen werden. Hektik und selbst eine erotisch aufgeladene Stimmung sind eher hinderlich.

Es muss außerdem der Ton stimmen: keine Vorwürfe, kein Druck, keine klinischen Begriffe, keine plumpen Aufforderungen. Vielmehr sollte auch in der Beschreibung der sexuellen Vorlieben Erotik und Zuneigung mitschwingen. Der richtige Start gelingt mit defensiven, aber zielgerichteten Sätzen („Ich mag unsere Erotik, aber könntest du dir vorstellen, mal etwas auszuprobieren?“). Eine Prise Humor oder ein Beispiel (Film, Bekannte, Zeitschrift) können Gegenreaktionen abschwächen. Es ist vor allem aber wichtig, über sexuellen Vorlieben ohne Schuldzuweisungen oder klare Aufforderungen zu sprechen. So können beide Gegenüber bei einer Diskrepanz der Vorstellungen ihr Gesicht wahren.

Wünsche können Erotik ankurbeln

Offen ausgesprochene Wünsche (bspw. „Ich komme besser, wenn …“) können erheblich zu einer besseren Erotik beitragen. Wenn sich beide trauen, dem Partner ihre Wünsche zu nennen, erfüllt sich der eine oder andere vielleicht davon. Das bringt mehr Spannung, mehr Knistern und mehr Befriedigung in die Beziehung. Die Partner wachsen zusammen. Daher sollten beide Partner offen sagen, was sie wünschen, die Wünsche des Partners respektieren und bei Gefallen ausprobieren. Dabei sollten aber beide stets die Grenzen des Partners respektieren.